Eventfotografie - und warum ich immer noch FT rumschleppe.

Am Wochenende durfte ich auf der Hauptprobe des Eppelein Festspiels in Burgthann fotografieren. Ok, das sind Laienschauspieler und das Ganze ist ein kurzweiliger Schwank, zusammengestellt aus einigen alten Eppelein-Sagen. Aber wenn man sich die Sache so ansieht, hat die Story um den verarmten Rittermittelstand, die ausgebeuteten Arbeiter und die arroganten Patrizier, die sich um Recht und Gesetz einen feuchten Kehricht kümmern, eine bedrückende Aktualität.


Ich habe das gesamte Event mit dem alten 150er FT fotografiert. Die erste Hälfte findet im Abendlicht statt, nach der Pause gibt es eigentlich nur noch Kunstlicht. Das reicht bei ISO 1600 für F/2 und 1/160s. Länger belichten geht nicht - das Stück ist ja ein Kracher - da geht es auf der Bühne vorwärts.


Die mFT-Alternative wäre das 40-150 f/2,8 gewesen. Kann man machen. Hat man dann ISO 3200. Kann man auch machen. Mir ist ISO 1600 lieber.  Mit der Option, noch auf ISO 3200 hochzuschalten.


Übrigens hat die E-M1II ein Feature, das gerne übersehen wird, aber bei solchen Situationen Gold wert ist: Man kann die Gradation von "Normal" auf "Auto" umschalten und auf einmal verliert das harte Bühnenlicht von oben seinen Schrecken. Diese beiden Ratsherren hätten normalerweise harte Schlagschatten im Gesicht. Gradation umstellen - fertig. Das Feature hatten auch die früheren Kameras, das war es aber längst nicht so komfortabel und mit hoher Qualität einzusetzen. 


Die absoluten Stars des Abends waren übrigens die Bauersfrauen, die eine beeindruckende Show geliefert haben.


Wer sich das selbst ansehen will, es gibt noch ein paar Karten. Hingehen, die besten Plätze sind vorne. Nicht knipsen - und wenn, dann mit elektronischem Verschluss - sondern das Schauspiel genießen. 


Und den letzten Lacher hat die Häuslertochter - aber spoilern tu ich nicht. Selber hingehen. Lohnt sich.

Ach ja: Warum ich immer noch FT mitschleppe? Weil die Optiken einfach so klasse sind. Und ja, ich habe auch einiges an mFT-Glas. Das hat's auch in sich. Klar. Aber wenn ich wählen müsste.... Aber das 40-150 bleibt - allein wegen Stacking und ProCapture.

Kommentare

  1. "... Übrigens hat die E-M1II ein Feature, das gerne übersehen wird, aber bei solchen Situationen Gold wert ist: Man kann die Gradation von "Normal" auf "Auto" umschalten und auf einmal verliert das harte Bühnenlicht von oben seinen Schrecken. ..."
    Hoch interessant und ja ich oute mich als Ahnungsloser! Danke für die Anregung. LGGoly

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    1. Auch von mir als "Ahnungsloser" meinen Dank. Dieses Feature hatte ich damals aus Qualitätsgründen nicht genutzt. Wenn die E-M1 Mark II trotzt Einstellung auf Auto eine gute Qualität bei höherer ISO aufwarten kann, werde ich mal bei der Sportfotografie in Kürze in der Türkei ausprobieren. Hoffe, dass bei knallender Sonne die harten Kontraste dadurch abgemildert wird.
      Gruß Pit

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  2. Ich habe ja "nur" die "alte" M1 - die hat ja auch die Möglichkeit, die Gradation auf "auto" zu stellen. Würde die ähnlich reagieren ?

    Gruß Friedrich

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    1. Ähnlich ja, die Qualität ist etwas schlechter als bei der E-M1II, deshalb habe ich dort die Funktion immer nur als letzte Rettung verwendet, wenn ich direkt aus der Kamera etwa ein Gruppenbild abgeben musste, wo ich die Beleuchtung nicht kontrollieren konnte. (Licht von oben, fiese Schatten, Kunde will Bild sofort für facebook haben.) Bei der E-M1II ist die Funktion großflächiger verwendbar. Man muss nur aufpassen, die Bilder wirken etwa 0,7EV heller, man muss also unterbelichten. Und die Funktion nur dann einsetzen, wenn die Kontraste anders nicht beherrschbar sind. Ein normales Bild mit Autogradation wirkt flau. Wie immer, kein "One-fits-all".

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  3. Danke für die Erläuterung ! Werde ich dann mal bei nächster Gelegenheit ausprobieren. Bisher habe ich bei zu hohen Kontrasten bei statischen Objekten (z.B. Inneräume von Kirchen etc.) immer die HDR-Funktion genommen, aber so richtig glücklich bin ich damit selten geworden :-)

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